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ABWASSER: DIE VERANTWORTUNG GEGENÜBER DEM UNTERLIEGER
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Max Leske
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Daniel Fürsinger
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Sandro Eggimann
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ABSTRACT
The aim of our project is to describe and compare the waste water treatment plants of Davos and Karlsruhe. We studied various aspects as specific loads, seasonal variati-ons, different techniques of purification and we observed considerable differences.
The Karlsruhe plant with approx. 20 times the size of Davos achieves an efficiency measured as COD of 92% versus Davos with 80%.
EINLEITUNG
Das Ziel unserer Gruppe ist es, die verschiedenen Abwasserreinigungsstufen der ARA's Davos und Karlsruhe miteinander zu vergleichen. ARA's werden seit ca. 1900 betrieben, um häusliche Abwässer vor der Einleitung in den Vorfluter von den organischen Inhaltsstoffen zu klären. Wir untersuchen insbesondere die Stoffflüsse von Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor. Als Referenz betrieben wir im Labor unserer Schule über einige Wochen hinweg eine Modellkläranlage im Massstab von 0.1 Einwohnergleichwerten (EWG). Ausserdem besuchten wir die Klärwerke in Davos Gadenstatt und Karlsruhe, welche wir in diesem Bericht genauer analysieren werden.

Abb.1: Die Modell-ARA in unserem Schullabor, welche wir zu Vergleichszwecken betrieben
HAUPTTEIL
DIE HAUPTSTUFEN EINER KLÄRANLAGE
Mechanische Reinigungsstufe
- Sandfang
- Vorklärbecken (1. Sedimentierung)
- Eliminierung von Fett und Schwimmstoffen
Chemische Reinigungsstufe
- Simultane Phosphatfällung
Biologische Reinigungsstufe
- C-Eliminierung: In den Zwischenklärbecken werden Wasser und Schlamm
getrennt
- Durch die langsame Fliessgeschwindigkeit in den Klärbecken
setzt sich der Schlamm am Beckenboden ab
- N-Eliminierung: Nitrifikation / Denitrifikation
ANLAGENVERGLEICH
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Abb. 2: Die Davoser Kläranlage von Westen betrachtet: trotz kleiner Fläche eine Kapazität von bis zu 45000 Einwohnergleichwerten (EWG)
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Abb. 3: Das Karlsruher Klärwerk von Norden aus gesehen: enorme Fläche für enorme Kapazität (875000 Einwohnergleichwerte)
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Auf den unten ersichtlichen Tabellen vergleichen wir die Ablaufgrenzwerte sowie die Jahresmittelwerte der Fliessgewässer der Kläranlage Davos und der ARA in Karlsruhe.

Tab.1: Vergleich Ablaufgrenzwerte und Jahresmittel der ARA Davos und Karlsruhe
WIRKUNGSWEISE EINER KLÄRANLAGE
Funktionsweise der C-Elimination
Der im Abwasser enthaltene Kohlenstoff wird von Bakterien zu CO2 und H2O abgebaut.
Rund 80% davon entweichen als CO2 in die Atmosphäre, 10% fallen im Belebtschlamm an und 10% fliessen als refraktärer Kohlenstoff ab. Dieser refraktäre Kohlenstoff kann in Flüssen oder Seen nur schlecht oder gar nicht abgebaut werden und summiert sich somit auf, denn aus jeder einzelnen Kläranlage bis zur Nordsee kommen weitere 10% refraktären Kohlenstoffs hinzu.
Vereinfachte Reaktionsgleichung: C6H12O6 + 6O2 → 6CO2 + 6H2O
Funktionsweise der Phosphatfällung
Die Phosphatfällung kann an beliebiger Stelle im Klärablauf eingesetzt werden. Dazu werden Fällungsmittel (Fe3+-, Al3+-Ionen) zugeführt, welche den Phosphor binden. Es entstehen schwerlösliche Phosphate, welche sich absetzen und filtriert werden können.
Im Einzugsgebiet von Seen wurden die Grenzwerte für P für die Einleitung
in den Vorfluter verschärft. Da Phosphor in den meisten Seen limitierender
Nährstoff ist, kann damit die Eutrophierung reduziert werden.
Vereinfachte Reaktionsgleichung: PO43- + Fe3+ oder Al3+ → FePO4 oder AlPO4
Funktionsweise Nitrifikation/Denitrifikation
Das Ziel der Nitrifikation/Denitrifikation ist die Reduktion der Stickstoff-Fracht,
um den verschärften EU-Richtlinien zum Schutze der Nordsee nachzukommen.
In der ersten, nitrifizierenden Phase bauen Bakterien (Nitrifikanten: z.B. Nitrosomonas, Nitrobacter) unter passiver Belüftung die meisten Stickstoffverbindungen im Abwasser zu Nitrat (NO3-) und Nitrit (NO2-) ab. In der darauf folgenden Denitrifikation reduzieren (Stickstoff) bzw. oxidieren (Sauerstoff) andere Bakterienstämme (Denitrifikanten: z.B. Agrobacterium, Thiomicraspira) Nitrat und Nitrit zu N2 und O2. Der elementare Stickstoff entweicht in die Atmosphäre, der Sauerstoff wird zum grössten Teil von den Bakterien als Elektronenrezeptor verwendet.
Vereinfachte Reaktionsgleichung für:
Nitrifikation (N-Oxidation): R-N-IIIH2 → N+IIIO2- + N+VO3-
Denitrifikation (N-Reduktion): N+VO3- + N+IIIO2- → N2 + O2
DISKUSSION
Grundsätzlich funktionieren die Kläranlagen in Davos und Karlsruhe nach demselben Prinzip, sie sind jedoch problemspezifisch ausgelegt.
AUSSCHLAGGEBENDE PARAMETER FÜR DIE ARA DAVOS
- Starke saisonale Schwankungen bezüglich den Abwasserinhaltsstoffen und dem Fremdwasseranteil
- Tourismus
- Anstieg des Grundwasserspiegels durch Fremdwasser
(z.B. Schmelz-wasser).
- Der Fremdwasseranteil liegt während des ganzen Jahres deutlich
über 50%
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Tiefe Abwassertemperaturen
- Die tiefen Temperaturen vermindern die Reinigungsleistung der Anlage.
- Mittlere Abwassertemperatur in der Hochsaison: 8°C
- Mittlere Abwassertemperatur in der Zwischensaison: 12°C
-
Gehemmte Nitrifikation
- Die gemessenen Ablaufwerte weisen auf eine Teilnitrifikation in den
Belüftungsbecken hin. Die nitrifikationshemmenden Faktoren sind die
zeitweise zu tiefen pH-Werte und eine zu knappe O2-Versorgung.
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Ungenügende Belüftung
- Die bestehende Belüftung ist für den Kohlenstoff-Abbau ausgelegt und
kann für den Nitrifikationsprozess keine genügende O2-Versorgung
gewährleisten.
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Rückläufe aus der Schlammbehandlung
- Das stark mit Stickstoff belastete Filtrat aus der Schlammbehandlung wird
heute an Arbeitstagen konzentriert in die Belebungsbecken eingeleitet.
Dies verursacht ungünstige Stickstoff-Belastungsspitzen.
AUSSCHLAGGEBENDE PARAMETER FÜR DIE ARA KARLSRUHE
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Starker Einfluss durch die Industrie
- Die Kapazität des Karlsruher Klärwerks ist auf 875000
Einwohnergleichwerte (EWG) ausgelegt, wovon mehr als die Hälfte auf
Industrieabwässer entfallen.
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Platzmangel
- Trotz des grossen Einzugsgebietes steht der ARA Karlsruhe nur wenig
Platz zur Verfügung, was für zukünftige Erweiterungen Probleme
darstellen wird.
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Geruchsemissionen
- Die vom Klärwerk emittierten Gase er-fordern es, einige Gebäudeteile
der Anlagen geschlossen zu halten und aufwendige Abluft- / Filteranlagen
zu betreiben
Bemerkenswert sind die vielfältigen Problemfaktoren, mit welchen die beiden Werke in Davos und Karlsruhe zu kämpfen haben. Sie rechtfertigen in Davos auch die relativ tiefe Reinigungsleistung, wenn man bedenkt, dass die Anlage zu Spitzenzeiten so stark überlastet ist, dass ein Teil des Schlammes zur Stickstoffentfernung eingelagert werden muss.
Interessant ist auch der Faktor "Refraktär-schlamm". In Davos kaum anfallend, hat sich der Anteil bis Karlsruhe vervielfacht und ist somit für die Anlage eine Belastung.

Abb. 4: Max Leske beim Abwägen der Inhaltsstoffe für die Nährlösung,die
gebraucht wird um die Bakterien unserer Modellanlage zu "füttern".
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