Wasser kennt keine Grenzen - jugendliche Träume auch nicht



MINERALISCHEN WASSERINHALTSSTOFFE

 

Sandra Thöny
Natalie Jägli
Sven von Ah


ABSTRACT

In this project we investigate the water of lake Joeri downstream to Rotterdam, i. e. the Rhine from its source to the North Sea. The objective is to describe the geochemical composition by means of measuring conductivity, total hardness concentrations and loads. In addition to these tasks we decided to measure conductivity during a tidal cycle in the Maas river. Table 1 sumarizes our results. As expected we found very low concentrations of ions in the lake Joeri area. Below lake Constance we found the typical conditions of rivers in carbonate area.

EINLEITUNG

Wir erwarten, dass alle Parameter Leitfähigkeit, Wasserhärte, Gesamthärte (Magnesium und Kalzium) und Frachten mit dem Flusslauf stetig grösser werden. Diese Annahme beruht darauf, dass das Wasser unterwegs durch natürliche Auflösungsprozesse und Fremdeinflüsse mit Stoffen, in unserem Fall mit Ionen, angereichert wird.
Die vier Parameter sind eng miteinander verknüpft. Gelöste Ionen leiten elektrischen Strom, das bedeutet, bei steigender Ionenkonzentration steigt auch die Leitfähigkeit. Aus der Konzentration von Ca2+ - und Mg2+ -Ionen lässt sich mit der Abflussmenge direkt die Frachtmenge der dominanten Ionen errechnen. Die Wasserhärte entspricht der Summe der Kalzium- und Magnesiumkonzentration im Wasser. Diese stammt in unserem Fall aus kalkhaltigen Adern und Grundwasserträgern.
Da wir an der Maas einen Ebbe- / Flutzyklus erlebt hatten, entschieden wir uns spontan dazu, dort während eines solchen Zykluses die Leitfähigkeiten intensiv zu messen, um den Einfluss des Salzwassers im Mündungsgebiet aufzuzeigen.


Abb. 1: Jörisee X und I am 17.06.03


MATERIAL UND METHODEN

LEITFÄHIGKEIT
Die Leitfähigkeit wird mit einer Sonde mit platinierten Elektroden im Abstand von 1cm gemessen und trägt die Einheit µS/cm.

GESAMTHÄRTE
Die Titration erfolgt mit Titriplex-Lösung-B. Diese Lösung wird solange zugegeben bis sich ihre Chelat-Komplexbildner mit allen Kalzium- und Magnesiumionen des Wassers verbunden haben. Der Verbrauch von 1ml Lösung entspricht der Konzentration Erdalkali-Ionen von .18 mmol/l.

FRACHTMENGE
Mit einer Fracht werden die in einem Fluss transportierten Mengen eines Stoffes pro Zeit bezeichnet.

F = c x Q
F = Fracht (mol/y) oder (kg/y)
c = Ionenkonzentration (mmol/l)
Q = Abflussmenge (m3/s)


Abb. 2: Schematische Darstellung der Komplexreaktion bei der Titration; Titriplex-Lösung-B und
Kalzium (bzw. Mg) (links), Komplex (rechts)

Abb. 3: Natalie und Sven beim Ablesen der Bürette während der Wasserhärtebestimmung

Abb. 4: Bestimmung der Wasserhärte durch Titration mit Titriplex-Lösung-B im Labor des Erasmiaans Gymnasiums Rotterdam


Abb. 5: Titrations-Apparatur. Deutlich ist die Rotverfärbung des Indikators
Abb. 6: Sandra beim Messen der Leitfähigkeit des Rheinwassers bei Basel


ERGEBNISSE

FRACHTMENGEN

Jöriseen: Ca2+ = 993000 mol/y
Basel: Ca2+ = 5.42 x 1010 mol/y



Tab. 1: Überblick über die Messergebnisse


Abb. 7: Proportionalität zwischen Leitfähigkeit und Gesamthärte


Abb. 8: Leitfähigkeitsänderung bei wechselnder Tide des Ebbe-Flut-Zyklus an der Maas in Rotterdam; gemessen über die Zeit von 10.45 bis 16.15



DISKUSSION

Die sehr geringen Ionenkonzentrationen im Wasser der Jöriseen sind darauf zurückzuführen, dass das Einzugsgebiet der Jöriseen grösstenteils kristallin und im Wasser deshalb vorwiegend Kieselsäure vorhanden ist. Trotzdem müssen kalkhaltige Adern als Quellen für Ca2+ - und Mg2+ -Ionen vorhanden sein. Den Konzentrationsanstieg im Rhein unterhalb des Bodensees begründen wir mit den Zusammenflüssen mit Aare und Limmat, die aus kalkhaltigen Gebieten kommen. Bei der Trinkwasseraufbereitungsanlage Langen Erlen in Basel findet ein weiterer Konzentrationsanstieg statt. Dieser lässt sich wie folgt erklären: Abbaubare organische Verbindungen werden mineralisiert zu CO2 und H2O. Das CO2 reagiert nun mit Kalk, das im Boden vorhanden ist. Diese Reaktion führt zu einer Zunahme der Gesamthärte von 2.5 dH.

Mineralisierung:
   C6H12O6 + O2         6CO2 + 6H2O
                                5mg/l C6H12O6      20mg CO2

Auflösung:              CaCO3 + CO2 +H2O      Ca2+
                                44g CO2                           1 mol Ca2+
                                20mg CO2                        0.45 mmol Ca2+ oder +2.5 dH

Die Probe aus einem Nebenarm des Rheins in Rotterdam – der letzte Punkt im Diagramm – weist sowohl eine hohe Leitfähigkeit, als auch eine sehr hohe Gesamthärte auf. Das Wasser wird beeinflusst durch Meerwasser, das die Leitfähigkeit erhöht, Grundwasser und weitere Zusammenflüsse mit kalkhaltigen Gewässern, sowie auch durch allgemeine Wasserverschmutzung.
Wir erwartetenn beim Tidenminimum ein Leitfähigkeitsminimum, da Frischwasser der Maas nachfliesst und das salzhaltige Meerwasser abfliesst. Möglich ist eine zeitliche Verzögerung von 1-2 Stunden gegenüber dem offiziellen Messpunkt in Rotterdam. Die rund 5-stündige Verschiebung können wir uns allerdings nicht erklären.



Zum Seitenanfang
  © 2003 · I-Team · Emailemail senden