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NIEDERSCHLÄGE UND ABFLUSSMENGEN
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Aline Leiter
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Tabea Schefer
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ABSTRACT
In our project we investigate the precipitation in the lake Joeri catchment and the resulting run-off as monthly and annual mean. The role of lake Constance is interesting because it is a buffer for river run-off. The rivers above the lake reflect the actual precipitation, the Rhine below the lake is almost unaffected.
The exceptional hydrological summer 2003 (hot and dry) lead to extremely
low water marks in lake Constance and low run-off of the Rhine. From given
concentrations of dissolved Calciumions we calculated the load of Calcium
and the chemical erosion rate.
EINLEITUNG
Die vorliegende Arbeit befasst
sich mit dem Abflussregime im Einzugsgebiet der Jöriseen, des Hochrheins
bis Basel und des Rheins bis Rotterdam. Im Speziellen wird der Sommer
2003 untersucht, welcher mit seiner Rekordhitze und Trockenheit zu aussergewöhnlichen
Ergebnissen führte. Die Hauptziele bestehen in der Erhebung der Niederschläge,
des Abflussregimes der Jöriseen und deren Einzugsgebiet, sowie der
Berechnung der Abflussmengen des Rheins vom Bodensee bis Rotterdam. Ferner
sollen aus den Abflussmengen und aus den Konzentrationen die Frachten
von gelösten Ionen berechnet werden (Gruppe Geochemie). Ein weiteres
Ziel ist die Berechnung der chemischen Erosionsrate im Einzugsgebiet der
Jöriseen.
THEORIE
Die meisten Abflussmengen stammen
aus dem Hydrologischen Jahrbuch der Schweiz. Für einzelne Messstellen
wurden die Abflussmengen ermittelt, indem die durchschnittliche Fliessgeschwindigkeit
mit der Querschnittsfläche des Flussbettes (zu berechnen aus Tiefe
und Breite) verrechnet wurde. Durch Multiplikation von Fliessgeschwindigkeit
und Querschnitt erhält man die durchschnittlichen Abflussmengen in
Kubikmetern pro Sekunde. Mittels der berechneten Werte ist es beispielsweise
der Fachgruppe Geochemie möglich, Frachten von Ionen und Partikeln
aus den Konzentrationen zu berechnen. Die Frachtmenge ist die Menge an
Gestein, die über ein Jahr hinweg durch das Wasser abgetragen wird
(chemische Erosionsrate). Um die Frachtmenge F zu berechnen, wird folgende
Formel benötigt: F = c * Q, wobei c die Konzentration in mol/l und
Q die Abflussmenge in m3/s ist.
Für die Berechnung der Erosionsrate h im Einzugsgebiet werden folgende
Formeln verwendet:
m = F * FM ; V = m / Dichte ; h (Schicht erodiert) = V / A
METHODEN
Durch Abstecken einer Strecke(l)
bekannter Länge im Gewässer und anschliessender Messung der
Zeit, die ein schwimmender Gegenstand (Holzstück, Blätter etc.)
für die Distanz benötigte, konnte die Fliessgeschwindigkeit
ermittelt werden. Ferner wurden Breite(b) bzw. Tiefe(h) des Flusses gemessen.
Aus diesen Daten liessen sich mit obiger Formel die Abflussvolumina berechnen.
Da es auf Grund der Topographie sehr kompliziert ist, das Einzugsgebiet
der Jöriseen zu berechnen, greift man auf eine simple, aber sichere
Methode zurück: Aus der Landkarte kopieren wir das Gebiet der Jöriseen
und schneiden es entlang der Wasserscheiden aus. Ebenfalls wird von derselben
Karte ein Feld, das einem Quadratkilometer entspricht, ausgeschnitten.
Wenn das Stück Papier mit dem Einzugsgebiet und den einen Quadratkilometer
nun auf die Waage gelegt und das Gewicht bestimmt wird, kann ein Verhältnis
aufgestellt werden (graphische Integration). Ergebnis: 7,1 km2.

Abb. 1: Das Hydrologenteam beim Ermitteln der Abflussmenge des Ausflusses Jörisee I
ERGEBNISSE

Abb. 2: Abflussmengen der Stationen Auelti bis Lobith
ABFLUSS JÖRISEE I (VEREINABACH)
- durchschnittliche Tiefe (h): 0,205m
- Breite (b): 12,10m
- Länge Messstrecke (l): 10,00m
- Zeit Messstrecke (t): 49,5 s
- durchschnittliche Geschwindigkeit: 0,202 m/s
BERECHNUNG DER FRACHTMENGEN UND EROSIONSRATEN
Jöriseen
F = 0,5 * 103 l/s
* 0,063 * 10-3 mol/l
= 0,0315 mol/s
= 1000000 mol/y
m = 1000000 mol/y * 100 g/mol
= 100000 kg/y
= 100 t (als CaCO3)/y
V = 100000 kg/y / 2700 kg/m3
= 37 m3/y
h = 37 m3/y / 7 *106 m3
= 5 µm/y
Basel
F = 1256 * 103 l/s
* 1,368 * 10-3 mol/l
= 1720 mol/s
= 5,5 * 1010 mol/y
m = 5,5 * 1010 mol/y * 100 g/mol
= 5,5 * 106 t
(als CaCO3)/y
Der Sommer 2003 kennzeichnet
sich durch wenig Niederschlag und somit einer grossenTrockenheit. In Davos
ist das Sommertotal an Niederschlag mit 490 mm weit unter den Normalverhältnissen.
Bei den folgenden zwei Diagrammen ist gut zu erkennen, dass die Abflussmengen
oberhalb des Bodensees niederschlgsbestimmt sind. Das heisst, dass wenn
es längere Zeit nicht regnet, die Abflussmengen entsprechend klein
, und nach ausgiebigen Regengüssen die Abflussmengen gross sind.
SOMMER 2003

Abb. 3: Regenmengen in Davos von Anfang März bis Ende August 03

Abb. 4: Abflussmengen Auelti von März bis August 03
DISKUSSION
Wie Abb. 3 und 4 zeigen, sind sämtliche Abflussmengen der Flüsse oberhalb des Bodensees niederschlagsbestimmt. Mit einer mittleren Aufenthaltszeit des Wassers im Bodensee von 4,5 Jahren wirkt der See als riesiger Puffer bezüglich der Abflussmengen des Rheins. Die Abflussmengen des Bodensees schwanken saisonal (Schneeschmelze), nicht aber nach kurzen Regengüssen.
Auffallend im Spätsommer 2003 ist, dass der Pegel 1,60 m unter dem
Normalstand steht, das heisst 762 Mio. m3 Wasser im See fehlen
(Hochwasser Sommer 99: Pegel + 1,93 m, plus 920 Mio. m3 !).
Der tiefe Pegel führt zu stark reduzierten Abflussmengen im Rhein.
Es werden durchschnittlich 5 µm CaCO3 pro Jahr aufgelöst,
wobei zu beachten ist, dass die Jöriseen grösstenteils in kristallinem
Gebiet liegen. Nur Kalkadern stehen als Kalziumquelle zur Verfügung.
Daraus folgt, dass vermutlich tiefe Risse ins Gestein gefressen werden.
Aus den Jöriseen fliessen in einem Jahr durchschnittlich 200 l/s
ab. Der Rhein in Rotterdam führt im Schnitt 2000 m3/s.
Das heisst, dass jedes 10000ste Wassermolekül in Rotterdam
aus den Jöriseen stammt; auf einen Liter aufgerechnet sind es rund
2 Tropfen pro Liter.
Quellen: Hydrologisches Jahrbuch der Schweiz, SMA

Abb. 5: Jörisee I, II und III im Juni 2003
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