Wasser kennt keine Grenzen - jugendliche Träume auch nicht


 



IST EIN MTBE-VERBOT IN DER SCHWEIZ NOTWENDIG?

Yvonne Fink


ABSTRACT
My matura thesis deals with an investigation of the regulations and practices surrounding production, storage, and use of MTBE, and an evaluation of the question of a possible ban on use in Switzerland.
MTBE is a synthetically produced organic compound used as an anti-knock additive in automobile fuel. Via the atmosphere and rainwater, MTBE is transferred into the groundwater. Problems arrise because bio-degradion of this compound is very difficult.
Enormous ground- and drinking water contamination has been discovered in a number of places in the USA. As a result of the problems associated with this compound, the State of California has issued a ban on MTBE to go into effect in 2004. The major source of these contaminations, however, is leaking underground storage tanks (LUST's). The regulations for fuel storage are very well controlled in Switzerland, so that the problem of LUST's does not arrise. Contamination here is, therefore, of marginal significance. There is, in my opinion, no need for an MTBE- ban in Switzerland.



EINLEITUNG

Die Fragenstellung dieser Matura-Arbeit lautet "ist ein MTBE-Verbot in der Schweiz notwendig?" und ist ein Beitrag zum Grossprojekt UNO Jahr des Süsswassers der Schweizerischen Alpinen Mittelschule Davos (SAMD). Zu Beginn der Arbeit habe ich mich mit Messungen von MTBE befasst, da ich aber mehr an hintergründigen Fragen interessiert bin, habe ich den Stil der Arbeit grundlegend verändert. Von nun an durchforschte ich das Internet nach zuverlässigen Informationen zum Thema MTBE. Dies war eine sehr zeit- und nerven- aufreibende Arbeit.



PROBLEMATIK

MTBE (Methyl tertiär-butylether) ist eine der meist produzierten organischen Substanzen weltweit. Es wird dem Benzin als Antiklopfmittel zugemischt und ersetzt so die verbotenen Bleialkaliverbindungen.



Abb. 1: Eintrag von MTBE ins Grundwasser (BUWAL)


Es ist farblos und hat einen Terpentin ähnlichen Geruch. In der Atmosphäre kann es relativ schnell abgebaut werden, jedoch weder im Wasser noch im Untergrund. Dies führt zum eigentlichen Problem: MTBE gelangt durch Unfälle und über Auswaschung in die Gewässer.
Da es kaum abgebaut wird, ist die Gefahr gross, dass es auch ins Grund- und Trinkwasser gelangt. Und da stört nicht nur der unangenehme Geruch und der veränderte Geschmack: Es stellt sich auch die Frage nach gesundheitlichen Bedenken.
ZurAbklärung dieser wurden einige Studien an Nagern, sowie auch an Menschen durchgeführt. Diese kommen wider erwa-ten nicht zu einem einheitlichen Schluss. Für Nager scheint eine kanzerogene Wirkung, wenn auch eine geringe, vorhandenzu sein. Jedoch lässt sich daraus nicht auf den Menschen schliessen. Es konnten keine gesundheitlichen Auswirkungen von MTBE auf den Menschen nachgewiesen werden. Dies gilt für die Aufnahme von MTBE über die Atem-wege, andere Studien wurden nicht durchgeführt.
In den Vereinigten Staaten von Amerika ist MTBE schon länger ein Problem. Grosse Mengen MTBE befinden sich in amerikanischem Trink-, Grund- und Badewasser. Die hohen Verschmutzungen sind auf undichte, unterirdische Tankanlagen (leaking underground storage tanks, kurz LUST's) zurück zu führen. Aus einer LUST ausgetretenes MTBE gelangt schnell ins Grundwasser, und ein Grossteil des amerikanischen Trinkwassers wird aus Grundwasser gewonnen. Die EPA (environmental protection agency) hat eine landesweite Studie in Auftrag gegeben, die immer noch im Gange ist.
In Kalifornien ist dieses Thema besonders aktuell, denn es wurde ein MTBE-Verbot ab dem Jahr 2004 erlassen. Aus diesem Grund habe ich Kalifornien als Vergleichsstaat zu der Schweiz behandelt.
Das Problem ist in der Schweiz zwar relativ neu aber nicht unbekannt. Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) hat im Jahr 2002 eine Studie zum Thema MTBE durchgeführt. Es wurden in der ganzen Schweiz Messwerte gesammelt, das Umweltverhalten von MTBE studiert und verschieden Szenarien erstellt.



DISKUSSION

Auf Grund meiner Nachforschungen komme ich zum Schluss, dass ein MTBE-Verbot in der Schweiz nicht notwendig ist. Die Tatsache, dass in der Schweiz keine LUST's existieren ist hierbei der entscheidende Grund, denn sie sind die Auslöser der immensen MTBE Konzentrationen. In der Schweiz liegen viel tiefere Messwerte vor, die sich in Zukunft auch nicht gross verändern werden. Zudem ist der Einfluss des restlichen Europa so gross, dass ein Verbot in der Schweiz keine grosse Veränderungen mit sich bringen würde. Des weiteren sind auch finanzielle Auswirkungen zu bedenken. Da die Schweiz alle Erdölerzeugnisse importieren muss, müsste für MTBE-freies Benzin mit einem enormen Preisaufschlag gerechnet werden. Da bis jetzt keine akuten gesundheitsgefährdendenen Wirkungen von MTBE wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten, denke ich nicht, dass ein Ersatzstoff notwendig ist. Ab nächstem Jahr darf in Kalifornien kein MTBE-haltiges Benzin in den Umlauf gebracht werden. Dies wird die horrenden Konzentrationen von MTBE im Grund- und Trinkwasser längerfristig senken. Es wird allerdings seine Zeit brauchen, bis die zahlreichen LUST's gereinigt und das MTBE aus dem Wassersystem ausgewaschen ist. Es ist anzunehmen, dass das Benzin in Kalifornien teurer wird. Ethanol wird den Platz von MTBE einnehmen, was die Ethanolhersteller sehr, die MTBE-Produzenten weniger erfreuen dürfte. Zudem rechne ich mit landesweiten Klagen rund um die MTBE-Problematik.



 

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